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Über den Anfängen von Ottmachau liegt tiefes Dunkel. Aufgrund der geographischen Lage dieses Ortes kann man nur vermuten, daß sich hier noch vor der Christianisierung eine slawische Siedlung befand, die mit der Zeit immer größer wurde. Die günstige Lage an dem alten Handelsweg von Böhmen nach Polen fördete ihre Entwicklung. Gleichzeitig mit der Begründung des Breslauer Bistums um 1000 wurde Ottmachau den Bischöfen von Breslau als Eigentum verliehen. Schon im Jahre 1155 wurde diese Tatsache in der Schutzurkunde des Papstes Hadrian IV (die älteste Papsturkunde für Schlesien) erwähnt. In diesem Dokument wurden 15 Kastellaneien aufgeführt, die zu Bistum Breslau gehörten, darunter auch die Kastellanei in Ottmachau. Man kann daraus schließen, daß Ottmachau, bedingt durch seine Funktion als Sitz der Bischöfe, im Mittelalter eine wichtige Position hatte. Im 13 Jahrhundert wurde Ottmachau von Mongolen überfallen, die Burg eingenommen und wahrscheinlich zerstört. Die Selbstständigkeit der Breslauer Bischöfe trug dazu bei, daß Ottmachau eine Bischofsstadt geworden ist. Im Jahre 1347 wurde Ottmachau von Bischof Przeclaus von Pogorell in deutsches Recht überführt. Ein Jahr später bestimmte er die Rechte des  Vogts in Ottmachau. Zugleich erfolgte eine Erweiterung des Stadtgebietes.

Es wurde auch der Bau der Stadtmauer angeordnet. Die Entwicklung der Stadt wurde sehr oft durch Unruhen und Kriege gehemmt, besonders schwer in  Folge der Hussitenkriege.  Nach  dem die Hussiten in einer großen Schlacht bei Neiße siegten, beschlossen sie die Burg und die Stadt Ottmachau zu erobern,

den sie wußten von vielen Kostbarkeiten, die dorthin gebracht wurden. Sie drangen am 28.03.1428 in die Stadt ein. Die Stadtmauer war schon sehr veraltet, so daß die Einnahme der Stadt für die Hussiten keine großes Hindernis darstellte. Sie plünderten und zerstörten große Teile der Stadt, anschließend wurden auch die kostbare Schätze aus dem Kollegiatstift gestohlen. Am 19 November 1430 hat der zweite Angrif staatgefunden ... diesmal fiel auch das Schloß in die Hände der Hussiten. Ermöglicht wurde es durch den Verrat des bischöflichen Burghauptmanns Nikolaus von Alzenau. Das Schloß und die Stadt blieben noch ganze 5 Jahre in den Händen der Hussiten. In dieser Zeit haben die Hussiten die Stadt stärker befestigt und den Verteidigungserfordernissen angepasst. 1435 räumten sie endlich das Schloß und die Stadt gegen Zahlung von 1100 Schock böhmischer Groschen. Ein drittes Mal eroberten sie Ottmachau im Jahre 1443. Auch diesmal, nach einer einjährigen Besetzung, wurde die Ottmachau durch Zahlung von 2000 Gulden ausgelöst. Die Stadt konnte sich noch lange von diesen Niederlagen nicht erholen. Die schwierige wirtschaftliche Situation und der schwache Verteidigungszustand bewirkten die Verlegung des Kollegiatstifts nach Neiße. Auf diese Weise verlor Ottmachau für einige Jahrhunderte seine wichtige Stellung im Bistum zugunsten des nahegelegenen Neiße. Die Breslauer Bischöfe blieben aber weiterhin um die Stadt bemüht. Bischof Johanes IV. Roth ließ das Schloß umbauen und die Stadt neu befestigen. Unter der Regierung des Bischofs Jakub von Salza wurde ein neues Rathaus erbaut, unter Bischof Andreas Jerin erfolgte der Umbau des Schlosses, Bischof Johannes Sitsch finnazierte die Errichtung des Rathausturmes und der Kapelle in der St. Nikolauskirche, die als Mausoleum der Familie Sitsch diente. Der Dreißigjährige Krieg (1618-1648) brachte der Stadt nur große Plünderung und Zerstörung. Danach erlebte Ottmachau noch einmal die Zeit eines großen Aufschwunges. Der Hauptgrund dafür war die Tatsache, daß die Breslauer Bischöfe immer noch diese Stadt als ihren Residenzsitz bevorzugten. Die größte Blütezeit fällt in der Regierungszeit des Bischofs Franz Ludwig (1683-1732), dessen Tätigkeit als Kunstmäzen der Stadt ein unvergängliches Gepräge verliehen hat. Dank seiner Stiftung wurde eine neue Pfarrkirche und das s.g. "Niederschloß" erbaut. Auch das Schloß bekam eine weitgehende Umgestaltung. Ein neues Kapitel in der Geschichte der Stadt eröffnete der Beginn der Schlesischen Kriege. 1741 wurde Ottmachau von Preußen unter General von Schwerin besetzt. Die Stadt wurde mit Artillerie beschossen, geplündert und teilweise zerstört. Infolge dieser Kriege gelangte Ottmachau unter preußische Herrschaft. Diese Tatsache trug zum Verfall der alten Bischofsstadt bei, denn durch das Gesetz vom 30 Oktober 1810 wurde der ganze Kirchenbesitz säkularisiert. Ottmachau, das jahrhundertelang zum Breslauer Bistum gehörte, gelangte in Besitz des preußischen Staates. Die Herrschaft von Ottmachau wurde dann 1820 dem preußischen Staatsminister Wilhelm von Humbold als Schenkung verliehen. Bis 1928 verblieb sie im Besitz der Familie von Humbold. Die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts brachte der Stadt die industrielle Entwicklung : hier wurde auch die größte Zuckerfabrik in Oberschlesien gegründet, die 1924 vollständig modernisiert wurde. Zu den wichtigsten wirtschaftlichen Unternehmungen gehörte der Bau eines Staubeckens - dem Ottmachauer Stausee. Die Arbeiten begannen 1928. Schon 1933 war der Bau vollendet. Bis 1945 gehörte Ottmachau zum Deutschen Reich. Das Ende des II Weltkrieges brachte große politische und territoriale Änderungen auf der Karte von Europa. Seit 1945 strömte die polnische Bevölkerung aus Ostpolen in diese Gegend. Gleichzeitig begann die Aussiedlung der deutschen Bevölkerung. Die Nachkriegszeit brachte der Stadt eine weitere Entwicklung, vor allem auf touristischem Gebiet. Heute ist Ottmachau einer der bekanntesten Erholungszentren Polens. (Quelle : “Ottmachau - die Stadt im Spiegel der Zeit” Marek Sikorski i Mirosław Grudzien - Otmuchow 1995)

 

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